Eine Annäherung an die Herausforderung der aktiven Gewaltfreiheit in Zeiten von Unfrieden und Krieg durch einen persönlichen, wissenschaftlichen und einen praktischen Zugang.
6. bis 8. November 2026, Jugendbildungsstätte Haus Venusberg, Bonn
Zivilcourage – Wege zum Mutig-Sein
Wir erleben aktuell enorm herausfordernde, auch bedrohliche politische Entwicklungen. Es braucht Mut, trotz möglicher Anfeindungen und unter schwierigen Bedingungen sich einzusetzen für Frieden, Menschenrechte und Vielfalt – und in bestimmten Situationen für bedrohte, diskriminierte oder ausgegrenzte Menschen und Gruppen.
Wie entwickeln und stärken wir angesichts solcher Herausforderungen unsere Zivilcourage – und wie kann die aussehen? In diesem Workshop wollen wir anhand konkreter Unrechtssituationen und Bedrohungsszenarien gemeinsam unsere eigenen Handlungsmöglichkeiten erkennen und erweitern. Dabei unterstützen uns zwei Trainer*innen des Vereins „gewaltfrei handeln e.V.“.
Referent*innen: Martina Freise, freiberufliche Trainerin für gewaltfreie Konfliktkultur (Berlin) und Michael Steiner, freiberuflicher Trainer für gewaltfreie Konfliktkultur (Bonn)
Pazifismus – Zwischen rigoroser Gesinnungsethik und pragmatischen Alternativen
Wie könnte heute ein akzeptabler Pazifismus aussehen? Eine seiner Leitideen ist pessimistisch; sie empfiehlt, stets die Gefahr unkontrollierbarer Eskalationen kriegerischer Handlungen (bis zum Atomkrieg) im Blick zu behalten. Eine andere pazifistische Leitidee ist ein Optimismus hinsichtlich der menschlichen Natur: Suche stets nach friedlichen Auswegen aus Gewaltkrisen und halte dabei besonders ausdauernd an der Hypothese fest, dass kein Mensch in sich böse ist und nur mit vorgehaltener Pistole zur Raison gebracht werden kann; jeder Mensch ist demzufolge im Prinzip für den gewaltfreien Appell an die gemeinsame Mitmenschlichkeit offen. Wie lässt sich das auf konkrete Situationen anwenden?
Referent: Prof. Olaf Müller, Philosoph und Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin
Soziale Verteidigung – Wider eine rechte Machtübernahme
Soziale Verteidigung bezeichnet ein Konzept des gewaltfreien, gesellschaftlichen Widerstandes gegen Unterdrückung und Aggression. Sie nutzt dabei die Methoden aktiver Gewaltfreiheit und zivilen Ungehorsam. Soziale Verteidigung ist eine wirksame Alternative im Falle eines Angriffs von außen, aber auch von innen, beispielsweise durch einen gewaltsamen Putsch. Aber was, wenn der Angriff nicht putschartig erfolgt, sondern schleichend? Wenn demokratische Institutionen und der Rechtsstaat missachtet oder langsam geschliffen werden? Was wenn menschenverachtende Haltungen und diskriminierende Haltungen zur Regierungspolitik werden? Wenn durch Wahlerfolge rechtsextremistische Parteien an die Macht kommen?
Referent: Jochen Neumann, Koordinator der Kampagne „Wehrhaft ohne Waffen“
Anmeldungen bis zum 22.08.2006 an:
Beginn:
Freitag, 6. November 2026 um 17 Uhr
Ende:
Sonntag, 8. November 2026 um 14 Uhr
Tagungsort:
Haus Venusberg, Bonn
Übernachtungen:
Haus Venusberg und DJH Bonn
Teilnahmekosten:
EZ 160 €, DZ 90 €
Überweisungen an:
Förderverein pax christi Münster
IBAN: DE40 4006 0265 0003 9626 00
Veranstalter:
pax christi·Kommissionen „Aktive Gewaltfreiheit“, pax christi Münster, Projektstelle „gewaltfrei wirkt“ von pax christi-Deutsche Sektion e.V.